Noch ist die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen zu kino.to beschäftigt.

Im Netz starteten derweil mehrere neue Webseiten, die sich alle als legitimer Nachfolger des Videoportals bezeichnen. Die Ermittler sind von diesem Katz-und-Maus-Spiel überfordert.

Für die Polizei war es ein Schlag gegen Urheberrechtsverletzung, die Szene sah es als Kriegserklärung: Als Ermittler Anfang Juni das Filmportal kino.to abschalteten, auf dem Nutzer kostenlos Filme sehen konnten, und 13 mutmaßliche Hintermänner verhafteten, war der Aufschrei groß.

Hacker legten die Homepage der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) lahm - es war die Rache der Netzgemeinde an Staat und Filmindustrie. Und am Dienstag dieser Woche fand sich dann plötzlich die Seite kinox.to im Netz - die sich selbst zum legitimen Nachfolger erklärte.

Was sich nun, ein paar Wochen nach der Razzia, im Internet abspielt, lässt sich wohl am ehesten als Katz- und Mausspiel beschreiben - zwischen den Behörden und der GVU auf der einen, und den Filmpiraten auf der anderen Seite. Während die Ermittlungen andauern und immer neue Details zu den Betreibern von kino.to ans Licht kommen, ist im Netz eine regelrechte Erbfolgeschlacht ausgebrochen, oder, wie es in den einschlägigen Blogs heißt, ein "Krieg der Klone".

Neben kinox.to beansprucht auch das Portal video2k.tv für sich, Nachfolger von kino.to zu sein. Vor einigen Wochen war plötzlich die Seite kino.chill.to online - auch die ist mittlerweile gesperrt. Da kino.to lediglich auf die Filme verlinkte und sie nicht selbst auf der Seite gespeichert hatte, ist es technisch nicht allzu schwer, eine gesperrte Website durch eine neue zu ersetzen.

Wer hinter den neuen Seiten steckt, bleibt ein Rätsel - und wird es wohl vorerst auch bleiben. Der Fall um kino.to und seine Nachfolger zeigt deutlich, wie schwer sich die Behörden mit der Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet tun. "Wir haben schon jetzt alle Hände voll zu tun", sagt Wolfgang Klein von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden.